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Schnuller - Ja oder Nein?

Ja oder Nein - Gründe für den Einsatz von Beruhigungssaugern?

Der Beruhigungssauger wird im Volksmund vor allem als Schnuller oder auch Nuckel betitelt und ist dafür da Säuglinge zu beruhigen. Das erste Vorbild eines Gummischnullers stammt bereits aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und sorgte bereits für Diskussionen. Seit seiner Erfindung kurz nach dem zweiten Weltkrieg hat der moderne Schnuller, wie wir ihn kennen, ebenfalls nicht nur positive Erfahrungen nach sich gezogen. Besonders bei der Erstlingsausstattung wird die Frage „Schnuller – Ja oder Nein?“ sehr kontrovers diskutiert. Dabei gibt es einige Argumente, die für die Nutzung sprechen, und einige, welche dagegensprechen.

Zunächst wollen wir dir berichten, was es mit dem Saugbedürfnis auf sich hat und die Pro und Contra-Argumente präsentieren. Am Ende gibt es noch ein paar Tipps, wie die Nutzung eines Schnullers bedenkenlos funktionieren kann.

  1. Was ist das Saugbedürfnis?
  2. Pro Argumente für Schnuller
  3. Contra Argumente gegen Schnuller
  4. Tipps zur Nutzung
  5. Welcher Schnuller ist besser?

 


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Kurzfassung: Schnuller Ja oder Nein?

Die richtige Dosis macht den Unterschied. Es gibt sowohl Gründe gegen die Nutzung eines Schnullers wie auch dafür. Generell verteufeln sollte man den Schnuller nicht. Es hilft eine kritische Haltung gegenüber der Nutzung eines Schnullers zu bewahren und ihn ähnlich wie Medizin zu nutzen. Denn in jedem Fall ist wichtig, dass er bewusst und bedürfnisorientiert eingesetzt wird und nicht pauschal.

1. Saugbedürfnis - Warum saugen Babys überhaupt?

Babys entwickeln den Saugreflex bereits vor der Geburt und saugen noch während ihrer Zeit im mütterlichen Bauch an ihrem Daumen. Somit wird die Umstellung von der Versorgung über die Plazenta, dass der Säugling schon sehr kurz nach der Entbindung selbst aktiv nach der Brust suchen und mit dem Stillen oder dem Trinken am Babyfläschchen beginnen kann.

Alle Babys haben ein Saugbedürfnis, welches über die Nahrungsaufnahme hinausgeht. Mit dem Saugen beruhigt sich das Kind selbst. Es wirkt schmerzlindernd, hilft beim Einschlafen, tröstet und erleichtert zudem die Aktivierung des Verdauungssystems.

2. Pro Argumente für den Einsatz von Beruhigungssaugern

Bei Stillkindern kann das Saugbedürfnis im Idealfall über das Geben der Brust befriedigt werden. Allerdings gibt es Kinder, welche ein sehr ausgeprägtes Saugbedürfnis oder Regulierungsprobleme haben. Das kann dann zu einer Belastung der stillenden Mutter werden. Denn zum einen ist jede Stillbeziehung unterschiedlich und zum anderen gibt es Babys, welche ein so starkes Saugbedürfnis haben, dass die stillende Mutter keine Ruhezeit hätte. Hier hilft ein Schnuller. 

Selbstverständlich ersetzt ein Schnuller nicht die Nähe, Liebe und Aufmerksamkeit, aber ein Schnuller kann das Bedürfnis des Säuglings erfüllen, wenn es die stillende Mutter aus unterschiedlichsten Gründen gerade nicht kann. Doch auch nicht bei überlasteten Müttern, ist der Schnuller ein wichtiges Hilfsmittel, mit dem der Säugling sich selbst beruhigen kann. Denn in allererster Linie dreht sich die eigentliche Frage, ob ein Schnuller nun gegeben werden sollte oder nicht, bereits um das Wohl des Kindes. Braucht das Kind Hilfe und könnte ein Schnuller helfen, hat ein Einsatz zur Beruhigung und zum Trösten gute Gründe.

Doch nicht nur Stillkinder haben das Bedürfnis sich durch das Saugen zu beruhigen. Nicht gestillte Kinder haben häufig auch ein Saugbedürfnis, das über die reinen Mahlzeiten hinaus geht. Das Saugen an dem Schnuller ersetzt in diesem Fall das Saugen an der Brust, welches das sogenannte non-nutrive – also nicht nahrungsabhängige – Bedürfnis stillt. Speziell bei Flaschenkindern kann deshalb der ergänzende Einsatz eines Schnullers sehr wichtig sein. Denn während beim Saugen an der Brust, Säuglinge sich sehr anstrengen müssen, um zu trinken, geht das bei Flaschensaugern deutlich einfacher. An der Brust kann deshalb der Säugling selbst viel leichter das Saugen und die Nahrungsaufnahme regulieren. An der Flasche sind Kinder gezwungen immer Nahrung mit aufzunehmen. Das Saugen über den Sättigungsgrund hinaus wird hiermit nicht bedient. Hier ist also ein Schnuller also eine sehr sinnvolle Ergänzung in der Babyausstattung.

Absolut berechtigt und fast unumstößlich ist die Verwendung eines Schnullers zur Kompensation aus medizinischen Gründen. Ein guter Grund für einen Schnuller ist zum Beispiel, wenn eine Muttermilchüberproduktion vorliegt, welche eine Überversorgung mit Muttermilch des Säuglings bedeutet. Hierbei wird zu viel Muttermilch bereitgestellt, sodass das Baby nicht sein Saugbedürfnis stillen kann, ohne gleichzeitig über den Bedarf hinaus Muttermilch aufnehmen zu müssen. Im Grunde liegt hierbei der gleiche Fall wie beim Flaschenkind vor, dass dann einen Schnuller braucht, um nahrungsfrei saugen zu können.

Aber auch zur Frühgeborenenversorgung gehört der Schnuller. Ein Schnuller kann eine therapeutische Wirkung auf Frühchen haben. Besonders wenn die Eltern nicht anwesend sind, ist das hilfreich. Natürlich ersetzt der Schnuller nicht den intensiven Haut- und Körperkontrakt vom Känguruhen. Mehr dazu findest du in unserem Interview zu Frühgeborenen. Außerdem haben manche Frühgeborenen keinen richtigen Saugreflex. Diesen können sie mithilfe eines speziellen Schnullers antrainiert bekommen, damit sie dann gut an der Brust trinken können.

Zum Schluss gibt es einfach Situationen, in denen der Beruhigungssauger Kindern hilft. Besonders wenn Babys müde, aufgeregt oder verunsichert sind, hilft ein Schnuller. Auch auf langen Autofahrten kann ein Nuckel eine gute Hilfestellung bieten, um Babys zu beruhigen, während sie ihrem Bewegungsdrang nicht nachgeben können.

Gründe für Schnuller auf einen Blick:

  • Befriedigt das Saugbedürfnis
  • Hilft Babys Beruhigung zu finden
  • Erleichtert das Einschlafen
  • Ersatz bei reinen Flaschenkindern
  • Entlastung der stillenden Mutter
  • Zur Frühgeborenenversorgung
  • Bei Muttermilchüberproduktion

 

Baby schläft ruhig mit Schnuller© HEVEA BY HOFFIHEARTS ApS

3. Contra Argumente gegen den Einsatz von Beruhigungssaugern

Ganz vorneweg: Ein Schnuller ist nichts, was dauerhaft am Stück im Einsatz sein sollte. Es gibt eine ganze Liste an Eventualitäten, die eintreten könnten, von Zahnfehlstellungen, logopädischen Problemen und erhöhter Infektanfälligkeit. Da das auch nie unerwähnt bleiben sollte und auch Eltern wissen sollten, worauf sie achten können, ist es natürlich wichtig, darüber zu schreiben. Die Entscheidung „Schnuller Ja oder Nein“ liegt letztlich immer bei den Eltern bzw. an allererster Stelle beim Kind, denn es gibt auch Kinder, die keinen Nuckel haben wollen. Im unteren Bereich geben wir ein paar Hinweise, wie du versuchen kannst, ein paar dieser Punkte zu umgehen.

Bei Stillkindern kann der Einsatz von einem Schnuller zu einer Saugverwirrung führen. Das bedeutet, dass der Säugling durch einen gestörten Saugreflex nur schwer Milch aus der Brust bekommt und dann die Brust verweigert. Eine Saugverwirrung kann vor allem in den ersten Wochen auftreten, wenn sich die Stillbeziehung zwischen dem Stillbaby und der Mutter erst einmal etablieren muss. Besonders in den ersten Wochen nach der Geburt braucht es etwas Zeit, bis eine gute Stilltechnik sich entwickelt, bei der die stillende Person keine Schmerzen an der Brustwarze hat. Außerdem hat der Saugreflex an der Brust einen getielten Effekt. Durch den Saugimpuls werden die Hormone Prolaktin für die Milchbildung und Oxytocin für den Milchspenderreflex ausgeschüttet. Dadurch stellt sich die Milchproduktion der Brust auf das Nahrungsbedürfnis des Babys ein. Alles, was das saugende Baby irritiert, kann während dieser empfindlichen Zeit zu einer Saugverwirrung führen, besonders Hilfsmittel wie ein Schnuller aber auch Stillhütchen, wenn sie nicht wirklich notwendig sind. Auch der Einsatz eines Fläschchens vor dem Stillen kann dazu führen, dass sich das Baby die notwendige Saugbewegung zum Trinken abgewöhnt. Hat dein Baby viele Wochen oder Monate erfolgreich an der Brust getrunken, ist die Wahrscheinlichkeit für eine eintretende Saugverwirrung sehr gering, da Saugprozess weniger fehleranfällig ist. Bei neugeborenen Stillkindern ist das Riskio deutlich höher.

Bei einem Säugling, welcher nur mit Flasche gefüttert wird, ist der Einsatz eines Schnullers eher unproblematisch und führt nicht zu der Saugverwirrung. Hier ist es sogar sehr sinnvoll einen Schnuller zu verwenden, da das Saugbedürfnis, welches über den Nahrungsbedarf hinausgeht gestillt werden kann.

Ein weiterer Punkt, der gegen die Verwendung eines Schnuller sprechen könnte, sind Fehlbildungen der Zahnstellung sein. Diese treten vor allem bei einen zu häufigen Schnullereinsatz auf. Denn Zähne wachsen aufeinander zu. Befindet sich während des Wachstums dauernd ein Fremdkörper zwischen der oberen und unteren Kieferreihe, entsteht meist ein Hohlraum zwischen oberer und unterer Zahnreihe. Außerdem kann es passieren, dass ein falscher Druck auf das Gaumendach ausgeübt wird, sodass der Oberkiefer sich schmaler ausbildet.

Trägt das Kind einen Schnuller, während es das Sprechen lernt, kann es zu logopädischen Problemen kommen und das Schnullerkind gewöhnt sich möglicherweise an eine falsche Aussprache und wird eventuell teilweise oder sogar gar nicht verstanden. Im schlechtesten Fall kann das Lernverzögerungen zur Folge haben.

Säuglinge und Kleinkinder, welche regelmäßig einen Schnuller benutzen, stehen unter einem erhöhten Risiko eine Mittelohrentzündung zu bekommen als andere. Zum einen könnte das daran liegen, dass die Druckverhältnisse im Bereich des Rachens und der Ohren verändert werden. Zudem können über Schnuller Infektionen übertragen werden. Dank verstärkter Mundatmung sind Kinder auch anfälliger für Infektionen. Eine Nasenatmung verhindert das, da die Nasenschleimhäuten Keime und Viren rausfiltert.

Damit wollen wir aber keine allgemeine Angst vor Schnullern schüren oder sie grundsätzlich verteufeln, denn die positiven Eigenschaften wie oben zu lesen bieten einige Vorteile. Außerdem wird deutlich, dass diese Nachteile genauso individuell und situationsabhängig sind. Wie du diese Eventualitäten vermeidest, erklären wir dir im Folgenden.

Gründe gegen Schnuller auf einen Blick:

  • Mögliche Saugverwirrung bei stillenden Kindern
  • Eventuelle Zahnfehlstellungen
  • Gelegentlich Logopädische Probleme
  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Entwöhnung nicht immer einfach

 

Säugling mit Schnuller

4. Tipps zur Nutzung

Ob Schnuller Ja oder Nein, sollte keine philosophische Grundsatzfrage sein. Hier liegt die Entscheidung bei Eltern und zu guter Letzt auch bei dem Baby selbst. Denn manche Babys lehnen Beruhigungssauger auch einfach ab. Solltest du dich für einen Schnuller entscheiden, weil es den aktuellen Bedürfnissen mit dem Familienzuwachs entspricht, ist auch das völlig in Ordnung.

Entscheidend für negative Auswirkungen des Schnullergebrauchs sind mehrere Faktoren. Beispielsweise sollte ein Schnuller nie von den Eltern abgeleckt werden, da so Kariesbakterien in den Mundraum des Säuglings gelangen. Aber vorherrschender Verursacher von möglichen Problemen  ist die Nutzungsdauer. Ein paar Minuten am Tag sind unbedenklich. Ein stundenlanger Dauergebrauch nicht ratsam. Der Schnuller sollte nie als erste Beruhigungsmaßnahme für ein unruhiges Baby genutzt werden. Wenn das Beruhigen schon über Körperkontakt und Zuwendung geht, ist das für den Säugling womöglich viel besser. Ein Schnuller sollte immer nur bei Bedarf genutzt werden und nie passiv. Er kann so als Joker beim Beruhigen und Einschlafen eingesetzt werden oder wenn sonst das Baby Anzeichen zeigt, dass es sich nur mit dem Schnuller beruhigen lassen wird.

Ein seltenerer Einsatz hilft nicht nur beim Abgewöhnen, sondern vermeidet logopädische und physiologische Probleme. Hierfür ist zudem die Größe wichtig. Je kleiner der Schnuller desto besser. Dann bekommen die Zunge und die wachsenden Zähne eher den Raum, den sie für die Entwicklung brauchen. Eine symmetrische oder ovale Form eignet sich am meisten gegen Zahnfehlstellung und ein zu kleiner Kiefer.

Um die Gefahr einer Saugverwirrung zu verringern, gilt einfach zu beachten, dass ein Schnuller bei einem reinen Stillkind besser etwas später eingeführt wird. Flaschenkinder brauchen dagegen den Ausgleich für das beruhigungsorientiere Saugen. Hier kann ein Schnuller öfters nützlich sein.

Der Schnuller sollte immer bewusst eingesetzt werden. Folgende Punkte sind für die richtige Nutzung entscheidend:

  • Indikation: Braucht dein Baby den Schnuller und lässt es sich nicht anders beruhigen/trösten?
  • Dosierung: Wie lange dauert der Einsatz? Achte auf Signale, wenn das Kind den Schnuller in der Situation nicht mehr benötigt.
  • Dauer der Nutzung: Wann kann der Schnuller wieder abgewöhnt werden?

 Kleinkind schläft mit Schnuller im Kinderwagen

5. Welcher Schnuller ist besser?

Entscheidest du dich für die Nutzung eines Schnullers, begnet dir eine große Bandbreite an Optionen. Neben der speziellen Saugerform, gibt es unterschiedliche Schnullerschilde und Materialien. Wichtig ist neben den Sicherheitsaspekten wie Ventillöcher darauf zu achten, dass die Schnuller BPA-frei sind, um die Gesundheit des Babys nicht zu gefährden. Eine gute Alternative zu Nuckeln aus Plastik sind daher Bio Schnuller aus Naturkautschuk und Bio Kunststoff. Schnuller sollten oft ausgetauscht werden, weshalb sie viel Müll produzieren. Aus dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist daher ein komplett biologisch abbaubarer Naturkautschuk Schnuller noch aus einem weiteren Grund sinnvoll.

Es ist besser einen Sauger zu verwenden, der möglichst weich und anpassungsfähig ist. Naturlatex ist zum Beispiel viel weicher als Silikon und reißfest. Empfehlenswert ist außerdem ein kleiner Sauger im Zahn- und Lippenbereich , um den Mundschluss und die Zahnentwicklung möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Fazit: Schnuller Ja oder Nein? Der Einsatz eines Schnullers ist zwar umstritten, aber nicht generell falsch. Hier kommt es viel mehr darauf an, ob dein Baby überhaupt einen Schnuller annimmt, ob ein Schnuller aus medizinischen Umständen benötigt und vor allem wie oft und lange der Schnuller am Stück genutzt wird. Solange du den Grundsatz pflegst, weniger ist mehr, ist der Einsatz eines Nuckels nicht verkehrt. Der Schnuller sollte dann sicher und schadstofffrei sein. Wenn du trotzdem Bedenken hast, kannst du Überlegen ein Schnuffeltuch statt Schnuller anzubieten.Bei diesem Thema streiten sich die Geister. Hast du bereits Erfahrungen gemacht oder möchtest einen Punkt weiter diskutieren? Dann schreib uns einen Kommentar und lass uns teilhaben.

Quellen:
https://www.stillen-institut.com/de/schnuller-pro-und-contra.html
https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-man-einer-mittelohrentzuendung-vorbeugen.html
https://www.vonguteneltern.de/fragen-an-die-hebamme-7-schnuller-verboten/
http://intern_ch.inter-uni.net/static/download/publication/masterthesen/VT_Lins_Schnuller_aus_logopaedischer_Sicht.pdf
https://lunamum.de/schnuller-ja-oder-nein-das-raet-die-zahnaerztin/

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