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Wohin mit gebrauchter Kinderkleidung?

Werde ein Big-Greenie: Unsere Nachhaltigkeits-Tipps, wo du Kinderkleidung abgeben kannst

Egal wie viel Kleidung wir besitzen und wie oft wir neue Kleidungstücke kaufen, wir müssen alle von Zeit zu Zeit unseren Kleiderschrank ausmisten. Doch besonders bei Babys und Kindern ist der Kleiderverschleiß hoch. Kinder wachsen so schnell. Aus den kleinen Größen sind sie super schnell rausgewachsen. Zu keiner anderen Lebenszeit müssen wir so häufig einen Kleiderschrank ausmisten. Je jünger die Kinder, desto öfter. Ein Baby wächst innerhalb nur weniger Monate aus einer Kleidergröße heraus. Schon müssen Bodys, Hosen, Langarmshirts, Strampler und Co. ausgemistet werden. Doch wohin mit der Babykleidung und wo kannst du gebrauchte Kinderkleidung abgeben? Gibt es Möglichkeiten den Kleiderschrank nachhaltig auszumisten?

Wir haben 5 Ideen zusammengefasst, wie du Kinderkleidung abgeben kannst:

  1. Altkleidercontrainer - Ja oder Nein?
  2. Alte Kleidung verkaufen
  3. Verleihen und Tauschen
  4. Alte Kinderkleidung spenden
  5. Upcycling, Reparieren oder Downcycling

#1 Altkleidercontainer: Ja oder Nein?

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. hat in einer Textilstudie aufgedeckt, dass sich die Menge an abgegebener Sammelware in Deutschland zwischen 2013 und 2018 von 300.000 Tonnen auf rund 1,3 Millionen Tonnen erhöht hat. Die in Altkleidercontainern abgegebene Kleidung geht dabei unterschiedliche Wege, wie die Grafik vom BVSE zeigt. Was mit den Kleidungsstücken passiert, ist leider für uns Verbraucher*innen hierbei kaum steuerbar und ist leider auch nicht unstrittig.

Ausgemistete Kleidung wird nicht immer nachhaltig verwertet

Bei abgetragenen und löchrigen, aber Textilstücken aus hochwertigen Fasern ist die Chance hoch, dass es unter den 12 % Faserrecycling landet. Sind die Kleiderstücke noch gut erhalten wird die Kleidung als Second Hand Ware weiterverarbeitet. Allerdings sind die 62 % Second Hand Kleidung zu einem Geschäftsmodell geworden, bei dem Firmen aus Altkleidercontainer und Retouren Profit schlagen. Gleichzeitig bedeutet das niedrigschwellige Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer*innen in den meist arabischen oder osteuropäischen Sortieranlagen wie ein Beispiel aus Bulgarien zeigt, von dem Die Zeit 2018 berichtete. Neben den schlechten Arbeitsbedingungen würden die gespendeten Kleiderstücke ebenso weiter zur Verarmung der Bevölkerung in Entwicklungsländern beitragen, wie es bereits 2011 die sogenannte „Altkleider Lüge“ behauptete. Der Verband FairWertung e.V. hält dagegen, dass der Second Hand Handel ebenso Arbeitsplätze in Afrika geschaffen hätte und ohne den Second Hand Handel günstige Neuware aus anderen Ländern die Nachfrage abdecken würde. Dafür räumt der Dachverband ein, dass durch eine nicht vorhandene Abfallwirtschaft, die Second Hand Ware auf offenen Deponien landet. In einem aktuellen Bericht in den Greenpeace Nachrichten (03/2022) wurden diese Textilmüllberge gezeigt. Das Problem auch kaputte nicht brauchbare Textilware wird mittlerweile in Überhand nach Afrika geliefert aufgrund der schieren Masse an Fast Fashion.

Eins wird in jeden Fall eines klar: Da du nicht wissen kannst, was mit der Altkleidung am Ende geschieht, ist die Abgabe in einem Altkleidercontainer nicht die beste Variante sozial und nachhaltig Kleidung auszumisten. Zwar wird die Kleidung in den meisten Fällen weiterverwertet, was besser für die Natur ist, aber die ökonomische Ausbeutung hat auch ihre Folgen für die Umwelt. Außerdem ist auch die Wiederverwertung von kleinen Größen wie bei Babykleidung komplett intransparent. Wir können Altkleidercontainer nicht uneingeschränkt empfehlen, wenn du auf eine nachhaltige Art Kinderkleidung abgeben willst.

#2 Alte Kleidung verkaufen

Wenn du sicher gehen willst, dass deine gut erhaltene Kleidung Leute erreicht ohne ein Teil des negativen Second Hand Geschäftsmodells zu werden, sind Privatverkäufe eine Alternative. Besonders bei ausgemisteter Babykleidung, die häufig ersetzt werden muss, wird hier zumindest wieder etwas Geld reingeholt und die Kleidung erlebt eine zweite Chance.

1. Klassischer Flohmarkt

An einem Tag gleich ganz viele Sachen loswerden und dabei auch noch Plus machen, das ist die Idealvorstellung eines Flohmarkts. Ein klassischer Flohmarkt lohnt sich insbesondere dann, wenn du nicht nur Kinderkleidung, sondern gleichzeitig noch andere Dinge verkaufen möchtest. Hier kannst du direkt verschiedene Sachen und nicht nur Kleidung loswerden. Ein Nachteil ist, dass nicht garantiert ist, dass der Flohmarkt von Erfolg gekrönt ist und die anfallenden Standgebühren gedeckt werden. Flohmärkte finden häufig im Rahmen von Stadtfesten statt oder werden von Kommunen, Kirchengemeinden oder Vereinen organisiert. 

2. Selbstorganisierter Flohmarkt

Alternativ kannst du auch einen eigenen Flohmarkt unter Freund*innen oder in der Nachbarschaft organisieren. Solange keine Neuware verkauft wird, ist das auch völlig legal. Ein sogenannter Garagenverkauf kann viel gezielter eingesetzt werden und Spaß machen. Allerdings sind Werbung und Absicherung auch ein höherer Aufwand.

3. Spezieller Kinderflohmarkt

Die sicherste Art, Kinderkleidung mit geringem Aufwand weiterzuverkaufen, ist auf Kinderflohmärkten, welche z.B. von Kirchengemeinden oder Kindergärten organisiert werden. Am besten fragst du im Kindergarten an, ob ein solcher Markt geplant ist oder achtest auf Aushänge bei der Gemeinde, im Supermarkt o.ä. Bei den Kinderflohmärkten gibt es zwei Varianten: Den klassischen Flohmarkt, auf dem jede*r Verkäufer*in einen Stand hat und den sogenannten Nummern-Flohmarkt. Bei letzterem bekommst du als Verkäufer*in eine Nummer und bringst an alle deine Verkaufstartikel ein Etikett mit Nummer und Verkaufspreis an. Dann kannst du alle Artikel beim Veranstalter abgeben. Ein Team von Ehrenamtlichen sortiert alles nach Größen und baut dann den Flohmarkt auf: alle angebotene Kleidung sortiert nach Größen, Spielzeug sortiert nach Art des Spielzeugs. Für Käufer*innen super übersichtlich und auch für Verkäufer*innen praktisch: Nach Ende des Flohmarkts kannst du nicht verkaufte Artikel wieder abholen und bekommst deine Einnahmen ausgezahlt. Üblicherweise nehmen die Organisator*innen eine anteilige Provision von den Verkaufseinnahmen, die einem guten Zweck zugute kommt.

4. Lokaler Second Hand Ankauf

Alternativ kannst du Second Hand Läden in deiner Umgebung kontaktieren und versuchen, deine Kleidung dort zu verkaufen. Der Vorteil ist, dass du Kleidung gebündelt dorthin bringen und dann nach einiger Zeit deinen Erlös abholen kannst. Allerdings nehmen Second Hand Läden nur einwandfreie Kleidung an und das auch bevorzugt von Marken mit einem hohen Wiederverkaufswert.

5. Online Verkaufen

Von privat zu privat verkaufen, ist online gut möglich, aber ein großer Nachteil ist der Aufwand. Du musst jedes Kleidungsstück einzeln fotografieren und einstellen und dann noch einzeln versenden, was das ganze wieder etwas in der Nachhaltigkeit schmälert. Hochwertige Bio Kleidung für Babys und Kinder ist allerdings auch Second Hand noch relativ viel wert, weswegen du zumindest einen Teil der Kleidung auf diese Art und Weise wieder zu Geld machen könntest und dabei einen Beitrag zur Ressourcenschonung leistest. Wie hoch der Wiederverkaufswert bestimmter Kindermodemarken ist, kannst du hier nachlesen: https://www.babelli.de/wiederverkaufswert-von-kinderkleidung/

Hier ein paar Stellen, bei denen du die Sachen privat online weiterverkaufen kannst:

 

Es gibt aber auch die Möglichkeit ein großes Paket an KIeidungsartikeln abzugeben. Möglichkeiten sind:

 

Oft gibt es auch lokale oder regionale WhatsApp-Gruppen, in denen gebrauchte Kinderkleidung, Spielzeug und sonstige Sachen rund ums Kind verkauft oder auch gesucht werden können. Einfach mal im Freundeskreis herumfragen, ob jemand eine solche Gruppe kennt und dich eventuell hinzufügen kann. 

#3 Verleihen oder Tauschen

Eine gute Möglichkeit nachhaltig Kleidung ausmisten zu können, weiterzugeben oder auszuleihen ist der eigene Bekanntenkreis. Entweder unter Freund*innen, Arbeitskolleg*innen oder in der Familie kann Kleidung weitergegeben, getauscht und verliehen werden. Sicherlich kannst du mal in einer Message Gruppe nachfragen, wer was braucht. Ansonsten gibt es auch auch online oder lokal Tauschbörsen:

Kleidertausch
Auf dieser Seite kannst du Kleidertauschevents in deiner Nähe finden oder auch selbst eine Tauschbörse veranstalten.

Tauschticket
Auch auf Tauschbörse Seiten wie Tauschticket kannst du online Kleidung tauschen. Das Prinzip funktioniert wie bei Privatanzeigen online: Gebrauchet Kinderkleidung und sonstiges fotografieren, einstellen und verschicken. Statt Geld bekommst du aber "Tickets", die du für etwas anderes eintauschen kannst.

Natürlich kannst du durch das Ausleihen von Kleidung schon in erster Linie ausgemistete Kleidung vermeiden und verringern. Es gibt auch immer neue, spezielle Online Angebote, bei denen Baby- und/oder Kinderkleidung ausgeliehen werden kann und dann nach der Nutzung zurückgegeben wird. Mehr dazu kannst du in diesem Beitrag von Utopia lesen.

#4 Spenden

Spenden ist gleichzeitig nachhaltig wie auch sozial. Wie oben unter dem Punkt Altcontainer – Ja oder nein? Beschrieben, wird die abgegebene Kleidung in diesen Containern oft nicht gespendet, sondern landet in einem Second Hand Geschäftsmodell. Wenn du deine Kleidung spenden willst, kannst du das trotzdem. Es gibt lokale Kleiderkammern und Recyclingbörsen. Kleiderkammern für Kinderkleidung werden z.B. vom Kinderschutzbund betrieben. Familien können hier zu einem sehr günstigen bzw. oft symbolischen Preis gespendete, gebrauchte Kinderkleidung erwerben. Der Erlös aus diesem Verkauf kommt wiederum den Angeboten des Kinderschutzbundes vor Ort zugute. 

Eine weitere Anlaufstelle sind Oxfam Shops, gemeinnützige Secondhand-Läden, in denen ebenfalls gespendete Sachen verkauft werden. Die Gewinne fließen in die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland für unterschiedliche Hilfsprojekte. Weitere Soziale Einrichtungen, die sich meist über Kleiderspenden freuen, sind die Arbeiterwohlfahrt, Johanniter, Malteser und die Bahnhofsmission.

Der beste Weg, um herauszufinden, wo du was in deiner Nähe abgeben kannst, ist die Webseite https://www.wohindamit.org/. Hier kannst du nach Kleidung filtern und dir werden Abgabestellen in deiner Nähe vorgeschlagen.

Übrigens: Solltest du Frühchenkleidung besitzen oder sehr kleine Babykleidung, kannst du bei der Geburtsklinik oder dem Krankenhaus nachfragen. Häufig freuen diese sich über eine Kleiderspende. Auch Kinderheime und Frauenhäuser freuen sich sicher über abgegebene Kinderkleidung. Erkundige dich am besten vorab telefonisch, ob derzeit Kleidung in der abzugebenen Kleidergröße gebraucht wird.

#5 Upcycling, Reparieren oder Downcycling

Upcycling ist auch eine tolle Idee, um Kleidung wieder aufzuwerten und weiter zu nutzen. Das funktioniert zwar weniger mit der kleinen Babykleidung, aber ist für Kinder und Erwachsenenkleidung eine sinnvolle Methode. Mit einer Verlängerung können zu kurz gewordene Kinderpullover und Hosen etwas länger getragen werden und aus einem T-Shirt lässt sich eine Einkaufstasche knüpfen oder knoten. Das geht natürlich genauso gut mit Erwachsenenkleidung; aus dieser lassen sich für Kinder ebenfalls Accessoires nähen. Auch Spielzeug lässt sich durch die Reste herstellen: Von der Sockenpuppe bis hin zu einem mit Stofffransen gefüllten Stoffball. Vor allem für kaputte Kleidung ist die Verwertung von Stoffresten im privaten sogar meist sinnvoller, denn aufgrund der gestiegenen Menge an minderwertigen Textilien in den letzten Jahren ist der Bedarf an Rohstoffen für die Wiederverwertung durch die Industrie zu Putzlappen, Malervlies und vielen mehr gesättigt.

Upcycling Family
Auf dem Blog Upcycling Family findest du sehr viele Upcycling Ideen. Besonders schön sind die Vorschläge ausgewachsene Kinderkleidung so zu verarbeiten, dass sie weitergetragen werden kann.

Kreativlabor Berlin
Hier findest du Ideen, wie du au Kleidungsstücken von uns Erwachsenen Kleidung für dein Kind herstellen kannst.

Neue Dinge aus alten Stoffen
In diesem Buch vom Smarticular Verlag gibt es einige Ideen, was du aus alten Textilien alles herstellen kannst.

Quellen:
https://fairwertung.de/
https://www.bvse.de/gut-informiert-textil-recycling/studie-2020.html
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-11/bulgarien-second-hand-geschaeft-fast-fashion/
"Greenpeace Nachrichten" (03/2022). Hrgs v. Greenpeace e.V.

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